Das war 2014

Dieses Jahr war ein Hochgeschwindigkeitsjahr. Die Zeit raste, immer gab es irgendetwas zu tun, was möglichst noch gestern fertig sein sollte. Es war das Jahr der Anfänge, der Wiederanfänge, der Abschiede, der Neuanfänge, der Gründung, der Veränderung – privat wie beruflich. Auf einige Ereignisse hätte ich verzichten können aber auf andere Ereignisse würde ich im Nachhinein nicht verzichten wollen, auch auf die Fehler nicht, die ich gemacht habe. Ich habe in diesem Jahr sehr viel Neues gelernt, habe neue Menschen kennengelernt, die ich inzwischen nicht mehr missen möchte, habe mich von alten Dingen und von viel Ballast getrennt. Habe Angst gehabt, musste mutig sein, bin über Schatten gesprungen, war traurig und wurde wieder froh. Nie zuvor habe ich so derart viele Versicherungsverträge unterschrieben, Notartermine wahrgenommen, mir Gedanken über Zahlen machen müssen. Und immer war und ist dazwischen auch Platz und Zeit für die kleinen Dinge, die leisen Dinge, für die Dinge, die wirklich wichtig sind im Leben.

Ich bin froh darüber, gesund zu sein und den Großteil meiner Zeit mit den Menschen (und dem – DIESEN EINEN – Hund) verbringen zu können, die mir wichtig sind und für die ich wichtig bin. Ich wünsche Euch allen ein gutes und zufriedenes 2015 mit mehr Geduld, Wertschätzung und Achtsamkeit.

Als Motto für 2015 könnte das Folgende gut passen:

„Komme, was da wolle/trink ein bisschen, tanz ein bisschen/und was morgen wird – wir werden sehn!“ (Absinto Orkestra)

Und sonst so?

Zugenommen oder abgenommen? Abgenommen! Weiterhin – einfach so!

Haare länger oder kürzer? So mittel.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Ich habe sie nun: Die Lesebrille. Auch wenn ich sie so gut wie nie trage und noch immer verzweifelt über den Brillenrand gucken muss.

Der verwegenste Plan? Selbständig werden – in jeder Hinsicht – vor allem beruflich!

Die gefährlichste Unternehmung? Einstieg in die Selbständigkeit!

Der hirnrissigste Plan? War der meiner Kollegin, mir die Büromaterialbestellung zu überlassen. Bis wir dann eines Tages die Lieferung mit über 10.000 Briefumschlägen in der Praxis hatten…..

Gute Gespräche mit? Sehr sehr vielen lieben Menschen, vor allem mit Menschen, die ich erst in diesem Jahr kennengelernt habe.

Die teuerste Anschaffung? Ein Auto und der Einstieg in die Selbständigkeit und die daraus resultierenden tausendundeine Versicherungen, die ich abschließen musste.

Das leckerste Essen? Ach, so viele schöne selbstgekochte Gerichte, Einladungen. Und immer in guter Gesellschaft.

Das beeindruckenste Ereignis? Da gab es so viele dieses Jahr. Sehr viele „kleine“ beeindruckende Ereignisse. Schöne Naturerlebnisse mit Licht, Nebel, Wald, Hund. Es ist die Frage, was man fokussiert. Ich habe begonnen, das Sehen zu üben.

Die beste Serie? The Taste!

Die meiste gedankliche Beschäftigung mit? Dem Einstieg in die Selbständigkeit, Praxiseröffnung und alles, was dazugehört, mit Mut, mit Gelassenheit, mit Freundlichkeit.

Die schönste Party? Das Fest im Sommer in meinem Garten mit Feuerchen, Gitarre, Hunden, Freunden und Familie.

Die meiste Zeit verbracht mit…? Aktiv und positiv mit mir und mit Emil. Und das tut gut!

Die schönste Zeit verbracht mit…? Emil, mir und der Natur.

Das Beste, was 2014 passiert ist: Es gab einige Highlights, von denen ich anfangs nie gedacht hätte, dass sie sein müssen, damit sich alles zum Guten wenden kann. Eines davon war meine Kündigung im Sommer.

Vorherrschendes Gefühl 2014: Mut!

2014 zum ersten Mal gemacht? Einen Businessplan erstellt.

2014 nach langer Zeit wieder getan? Im Garten gefeiert bis in den frühen Morgen.

2014 gelernt? Sehr sehr viel! Z.B. meinem Hund zu vertrauen, auf meine Intuition zu hören, auf einen Weihnachtsmarkt zu gehen – mit Hund – aber auch sehr viel betriebswirtschaftliches, steuerrechtliches, unternehmerisches. Und dass es sich immer lohnt und guttut, authentisch zu sein. Immer!

Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können? Unnötige Sorgen, zuviel Planerei und viel zuviel Kopfkino!

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Die Bank von unserem Konzept, meinen Hund vom Rückruf, und andere von mir.

Das schönste Geschenk, das ich jemanden gemacht habe? Zeit und starke Nerven.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat? Da gab es viele. Und einige davon habe ich sicherlich nicht gehört, was mir leid tut. Einer der schönen Sätze war das grüne Licht von der Bank und vom Vermieter. Aber es waren auch die wenigen Worte meiner Patienten.

Der schönste Satz, den ich zu jemanden gesagt habe? “Ich habe gekündigt.” – Nein, es war hoffentlich ein anderer Satz. Ich weiß ihn nicht mehr, ich rede immer so viel.

2014 war in einem Wort: wieder eine glückliche und gelungene Herausforderung!

Das bringt 2015?
Gelassenheit, Zuversicht, Glück, Freude, Freundlichkeit, Gesundheit, den Blick für die kleinen Dinge auszudehnen lernen. Und wer weiß, ….

Das war übrigens: 2013, 2012, 2011, 2010, 2009


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Menschentrainer gesucht….

Ich bin’s mal wieder, der Emil!
Meine Chefin hat vergessen, die Küchentür zuzumachen, und da liegt ihr Ipad. Deswegen kann ich nun mal ungestört posten. Die Chefin macht sich zu viele Gedanken über mich. Kann Ihr vielleicht mal jemand erklären, dass es völlig ausreichend ist, morgens eine halbe Stunde mit mir durchs Gelände zu gehen und mich dann vier Stunden alleine in der Wohnung zu lassen? Ich renne doch schon mittags durch den Garten und gehe abends mit ihr mindestens 1,5 Stunden raus. Ich finde das großartig alleine: Ruhe haben, schlafen, Postition wechseln, trinken, weiterschlafen. Und nach vier Stunden kommt das Personal (Senior-Chefin), nimmt mich mit nach unten in den Garten und da kann ich dann mal kontrollieren, was sich über Nacht dort so getan hat. Und wenn ich dann alles durchgecheckt habe und ein bisschen rumgejoggt bin (ich bin schließlich ein Sport-Hund), bin ich froh, wenn ich wieder oben sein darf um zu dösen, meine Hundezeitschriften zu lesen, und das zu tun, was ein Hund so tut, wenn er seine Ruhe hat.
Später fährt mich mein Chauffeur – der, der mich Sir Emil nennt (endlich hat es mal jemand begriffen, dass ich von adeliger Herkunft bin), in die Praxis zur Chefin. Dort kann ich wichtige Dinge tun: Würdevollen Blickes auf meiner Decke liegen und nicht auszuflippen, wenn mal jemand etwas lauter vor der Praxis durch den Eingangsbereich geht, gucken, ob das Altpapier etwas zerkleinert werden muss. Manchmal muss ich mit der Chefin üben von der einen Decke im Büro auf die andere Decke in den Behandlungsraum zu wechseln. So richtig mit Kommando und so. Sehr wichtig, aber Kinderkram. Heute hat sie sich wohl etwas Komplexeres ausgedacht. Hat was mit Tasche-tragen zu tun. Pfffft, kann ich doch schon längst. Mach ich dann auch vielleicht. Mal sehn.
Sie macht sich zu viele Gedanken um mich. Das soll aufhören! Gestern abend in der Junghunderunde war sie so schön entspannt. Warum kann sie das nicht auch noch montags sein? Ich krieg mich schon wieder ein, wenn ich mich mal vor dem dunklen Treppenhaus fürchte, oder vor der Mülltonne, die da gestern noch nicht stand, oder ich nicht so weiß, ob der Mann, der mit der Chefin spricht, gut oder ein Halunke ist. Dann muss ich eben mal ein bisschen bellen. Ich hab doch auch schon begriffen, dass Fahrradfahrer komplette Langweiler sind. Vermutlich sind es Leute, die auf mich zugehen ebenfalls. Vermutlich.
Ich sollte es machen, wie dieser Rico aus dem Tierheim in Koblenz: Ich buche mir mal einen Menschen-Trainer. Ich glaube, es sind Einzelstunden angesagt. Und zwar viele! Sie muss lernen, geduldiger mit sich selbst, zuversichtlicher und gelassener zu werden. Und natürlich sollte es jemand sein, der ihr erklärt, dass meine Futterrationen viel zu klein sind und ich eigentlich IMMER einen Kauchknochen zur Verfügung haben sollte. Kennt Ihr da jemanden?

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Verzockt!

Emil hat gestern aus Arroganz auf die Hälfte seiner Futterration verzichtet (verzichten müssen).
Wenn wir abends unterwegs sind, apportiert er in der Regel schon sehr zuverlässig einen gefüllten Futterbeutel. Heute Abend ist er nach dem Kommando “Hol’s!” brav hingerannt, hat den Beutel geholt, dann übermütig eine rieeeesen Runde durch die ungemähte Wiese gedreht und beim “Hiiier-Rufen” den Beutel einfach fallengelassen um ein bisschen zu grasen. So von wegen “ICH bin der mit der Supernase, ICH weiß jederzeit, wo der Beutel liegt … Außerdem hab ICH Zeit! Und DU dagegen hast KEINE AHNUNG.” Und Emil kam dann doch noch in Zeitlupe zu mir geschlendert. Womit er allerdings nicht gerechnet hatte: anstatt ihn nochmal mit “Such!” loszuschicken, habe ich die Leine genommen und bin mit ihm einfach weitergegangen. Das waren mir die Dreieurofünfzig für den Beutel wert. Irgendein Wildschwein hat sich gefreut. Und Emil hat sehr lange gestaunt.

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Hunde

Hunde kommen in unser Leben, um zu bleiben.
Sie gehen nicht fort, wenn es schwierig wird,
und auch, wenn der erste Rausch verflogen ist, sehen sie uns noch immer mit genau diesem Ausdruck in den Augen an.
Das tun sie bis zu ihrem letzten Atemzug.
Vielleicht, weil sie uns von Anfang an als das sehen, war wir wirklich sind: fehlerhafte, unvollkommene Menschen.
Menschen, die sie sich dennoch genau so ausgesucht haben.
Ein Hund entscheidet sich einmal für den Rest seines Lebens.
Er fragt sich nicht, ob er wirklich mit uns alt werden möchte.
Er tut es einfach.
Seine Liebe, wenn wir sie erst verdient haben, ist absolut.

Pablo Picasso

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18h reserviert für Emil und Logonette

18h Waldrand, Lichtung und Bachlauf: komplett für uns alleine. Als hätten wir das so reserviert. Sogar Störche, Rehe und Hasen halten sich heute sehr fern. Platz genug, um in aller Ruhe das Apportieren aus dem Wasser und vom anderen Bachufer aus zu üben. Die beiden einzigen Menschen, die wir treffen, sitzen bei einem Bier mit Fußballübertragung aus dem Radio auf einer Bank. Als ich sie gerade nach dem Spielstand fragen will, fällt das einzige Tor.
Alles richtig gemacht! Nix verpasst!
Im Gegenteil!

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Wincent vom Seebachtal

Lieber Emil,

ich wollte dir schon lange einmal schreiben und dir sagen, was für ein toller Hund du bist! Du siehst mir nämlich zum Verwechseln ähnlich. Ich denke, du bist ein Halbbruder von mir und wir haben denselben Papa („Mexx“ Infinity Diamond Traudels Sonnenschein). Allerdings bin ich bereits im Januar geboren und nicht erst im Juni, so wie du – also, bin ich schon ein großer Hund! Deshalb laufe ich fast die ganze Zeit mit erhobener Rute herum, dass auch alle wissen, dass ich der Herr vom Seebachtal bin.

Hast du denn immer noch Ärger mit den kleinen Welpen? Welpen sind mir meist egal, aber ich raste völlig aus, wenn mir so ein ungebildeter Rüpel entgegenkommt und mich die ganze Zeit fixiert oder an der Flexileine direkt auf mich zu rennt. Leider werde ich auch immer von meiner Leinenträgerin abgedrängt und darf das nicht regeln. Und fixieren darf ich den anderen Hund auch nicht, obwohl er es macht! Überhaupt finde ich das mit dem Gehen an der Leine doof, die eine oder andere Hündin hätte ich schon gern näher kennengelernt und wäre mit ihr herumgerannt. Aber nein, meine Chefin meint, dass sie mit mir jeden Tag üben muss, an anderen Hunden vorbei zu gehen. Grrrr…. !

Dafür habe ich aber sonst ein sehr schönes Leben: jeden Vormittag darf ich zwei bis drei Stunden mit zwei anderen Hundemädchen auf einem riesigen Grundstück herumtoben. Meistens spielen wir zusammen fangen. Dabei bin ich natürlich immer der Schnellste! Herrlich! Danach holt mich meine Chefin ab und ich muss mit ihr in die Schule und dort auf sie aufpassen. Ach ja, das habe ich noch gar nicht erzählt, ich mache, so wie du, eine Ausbildung zum Assistenzhund. Meine Aufgabe ist es, bei meiner Leinenträgerin zu niedrige Blutzuckerwerte anzuzeigen. Das kann ich schon recht gut. Ich merke dies auch bereits, wenn der Blutzucker noch ganz normal ist, es aber in der nächsten halben Stunde zu einer Unterzuckerung kommt, wenn sie nichts isst. In solchen Fällen glaubt sie mir manchmal noch nicht so richtig und ich muss richtig mit ihr diskutieren, bis sie endlich überzeugt ist und etwas isst. Dabei hatte ich immer recht! Das ist manchmal ganz schön anstrengend!

Grabungsarbeiten mache ich auch recht gern. Ich geh dabei auch gleich gründlich vor und zieh die ganzen Wurzeln raus, die Blumenzwiebel nehme ich zum Spielen. Ich muss bei solchen Arbeiten aber höllisch aufpassen, dass meine Chefin mich nicht sieht, denn sonst verdirbt sie mir gleich den Spaß. Dann muss ich rein ins Haus, bis sie das Loch wieder zugebuddelt hat. Dabei habe ich mir solche Mühe gegeben! Neulich hatte ich angefangen, die Terrasse zu untertunneln. Da hat sie vielleicht geschimpft!

In den Sommerferien fahre ich mit meinen Zweibeinern wieder in mein Haus nach Schweden. Ich habe dort ein riesiges Grundstück an einem See und keinen Konkurrenten weit und breit. Jeden Tag geht dann meine Chefin mit mir querfeldein in den Wald. Zum Glück ohne Leine – das ist herrlich! Ich passe auch ganz doll auf sie auf, dass sie mir nicht abhanden kommt! Wenn wir dann so mitten im Wald sind, sagt sie zu mir: „Geh zurück zu Stefan!“ (Das ist mein anderer Zweibeiner). Dann darf ich den Weg zurück alleine suchen. Das mach` ich mit Begeisterung. Allerdings geh ich nicht die ganzen Umwege wie meine Leinenträgerin, sondern den direkten Weg. Die staunt nicht schlecht, wie schnell ich immer wieder zurück beim Haus bin. Danach gibt es erst ein ausgiebiges Bad im See. Und auf dem Weg zum Haus eine Menge Himbeeren. Mmmm, die schmecken gut! Kann ich dir nur empfehlen.

Leider muss ich diese Ferien auch wieder in die schwedische Hundeschule, da meine Leinenträgerin meint, dass ich noch eine Menge lernen muss und auch Kontakt zu anderen Hunden brauche. Naja ….. Sie hat mir aber auch versprochen, dass ich an einem Pfifferlings-Suchkurs teilnehmen darf. Da freu ich mich schon!

Lass mal wieder etwas auf deiner Webseite von dir hören; ich schau immer wieder rein!

Viele wuff, wuff, von deinem Wincent vom Seebachtal!

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Emil und die Hitze

Hier Emil an der Tastatur. Was soll man auch sonst machen, bei dieser Hitze!
Derzeit drehe ich morgens um sechs eine große Runde durch’s Gelände. Am liebsten mit Bach und Waldrand. Meine Leinenträgerin hofft dabei immer, dass die Wildschweine und Rehe einen großen Bogen um uns machen und lässt mich ab und zu mal rein prophylaktisch bellen, damit das Wild auch ja nicht herkommt. Ich bin damit nicht sehr einverstanden, von mir aus könnten Rehe und Schweine kommen. Außerdem bin ich doch keine Fahrradklingel!

A propos…. Fahrräder…. Die sind mir derzeit suspekt. Wann immer ich die Möglichkeit habe, fixiere ich diese Dinger schon von Weitem um dann im richtigen Moment mal eins zu fangen. Herrlich, wie sich da immer alle aufregen! Neuerdings ist mir aber das Fixieren nicht mehr gestattet und ich werde von meiner Leinenträgerin abgedrängt. Um nix darf ich mich kümmern, alles will sie immer regeln. Man hat’s schon schwer, als Hund!
Doch dem Apporteur ist nichts zu schwör, und so habe ich kapiert, dass ich die geworfenen Sachen nach dem Bringen auch wieder abgeben muss, sonst ist der Spaß vorbei. Manchmal muss ich das aber noch ausdiskutieren…. Wie überhaupt alles, denn ich diskutiere im Moment sehr gerne und habe dabei ein großes Durchhaltevermögen entwickelt. Sehr zum Leidwesen meiner Menschen. Höhöhö, wollen wir doch mal sehen, wer die stärkeren Nerven hat!

Jetzt muss ich mich gleich nochmal auf die kühlen Kacheln legen und ein Vorbereitungsschläfchen für die große Runde heute abend machen. Ausflug mit Luca und Nala. Waldrand mit Bachlauf. Ich freu mich schon!

Bleibt cool!
Euer Emil

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Grüße von Emils Bruder Amigo

Emils Bruder hat uns gemailt:
“….. Wie geht es Dir denn so bei Deiner Ausbildung? Du bist sicher ein Musterschüler – ganz anders als ich…
Ich habe in den letzten Wochen und Monaten meine Familie fast in den Wahnsinn getrieben (grins). Die hatten es wirklich nicht einfach mit mir, denn ich jage mit Vorliebe hinter Autos, Joggern und Fahrradfahrern her, obwohl ich eigentlich ein totaler Angsthase bin. Vor fremden großen Männern fürchte ich mich, außerdem hasse ich diese doofen NordicWalker mit Ihren Stöcken und dann gibt es immer so laute Traktoren, die ich auch überhaupt nicht leiden kann. Und zu allem Überfluss ist auch noch so ein kleiner Kläffer ins Haus neben uns eingezogen. Der nennt sich Zwergpinscher und er denkt echt er wärs. Wie der immer an unserm Haus vorabeistolziert! Der Kleine will sich immer mit mir anlegen und knurrt und bellt mich wie verrück an. Anfangs bin ich ihm aus dem Weg gegangen, aber eines Tages sagte ich mir, jetzt oder nie, und bin auf den kleinen Macho losgegangen. Mein Frauchen konnte mich kaum noch halten, die hat vielleicht gestaunt, wie stark ich bin. Leider ließ sich die kleine Kröte nicht von mir einschüchtern und unser „Kampf“ geht nun Tag für Tag weiter. Unsrer Frauchen wollten das regeln und verabredeten sich zum Spielen auf einer großen Wiese. Ich hab mich echt benommen und wollte sogar mit dem Dickkopf spielen, aber was macht der, der zeigt mir nur die Zähne und geht so auf mich los, dass er mir ein Loch ins Ohr getackert hat. So eine Unverschämtheit. Der weiß echt nicht was sich gehört. Ich wollte doch kein Piercing… Aber jetzt ist wirklich Schluß mit Lustig, wenn ich den sehe, dann gehe ich voll auf Konfrontationskurs. Von dem Kleinen lasse ich mir doch nichts mehr gefallen. Jedenfalls hat Frauchen nun eingesehen, dass wir dem besser aus dem Weg gehen, was leider gar nicht so einfach ist, denn der läuft ausgerechnet auch immer in meinem Gebiet spazieren – oh ich hasse ihn!

Kinder hingegen sind super, die haben immer Zeit mit mir zu spielen. Das geht dann solange gut, bis ich es etwas zu weit treibe und die beim Anspringen umschmeiße und sie dann genüsslich abschlecke, wenn sie da so vor mir im Gras liegen. Ich kann gar nicht verstehen, warum die das nicht so toll finden?! Die älteren Hunde hier in der Gegend sind auch nicht immer so freundlich zu mir, obwohl ich doch eigentlich nur spielen und rennen möchte. Anfangs machen sich die Spielchen noch mit, aber plötzlich haben Sie keine Lust mehr und werden dann richtig doof. Warum sind die so langweilig? Aber da gibt es ja zum Glück dann auch noch 2 Jungs in meinem Alter, mit denen man so richtig Action machen kann. Da ist dann nichts und niemand mehr vor uns sicher. Wir toben bis zum umfallen und sind dann hinterher richtig schön müde. Darüber freuen sich dann alle in der Familie, denn dann brauche ich erst mal ne Mütze voll Schlaf.
Die Hundetrainerin meinte neulich auch, dass ich ein schwieriger Fall wäre. Das kann ich gar nicht verstehen, denn wenn alle so machen wie ich es will bin ich doch eigentlich ganz umgänglich.
Hin und wieder ist es ja ganz abwechslungsreich, wenn ich was beigebracht bekomme, aber ich bin eben der Meinung, wenn es gerade Wichtigeres zu tun (oder zu schnüffeln) gibt, müssen die eben auch mal auf mich warten, ich kann doch nicht alles stehen und liegen lassen, nur weil die gerade meinen ich müsste s o f o r t kommen. Was sagst Du dazu Bruderherz? Geht es Dir genauso?
Ich würde mich echt freuen, mal wieder was von Dir zu hören. Weißt Du wie es den restlichen Geschwistern geht?
Vielleicht können wir uns ja mal treffen, wenn Du Urlaub hast und mal nicht lernen musst ;-)

Jedenfalls sende ich Dir und Deiner Annette ganz viele liebe Grüße von meiner Familie!
Halt die Ohren steif Junge und genieße das Leben!
AMIGO”

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1. Geburtstag

Lieber Emil, manchmal raubst Du mir wirklich den letzten Nerv. Seit Du bei mir bist, habe ich zwei Paar Outdoorschuhe durchgelaufen, immer Sand in der Wohnung, im Auto und manchmal im Ohr, Löcher im Garten, ach, was sag ich: Krater! Mein Leben hat sich KOMPLETT verändert. Ich bin schlanker, habe mehr Ausdauer (auch mental!), weniger Pläne, mehr Chaos und sehr sehr viel mehr Freude.
Du wirst heute ein Jahr! Es ist toll, Dich als Hund bei mir zu haben.

Alles Gute, mein Lieber.

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Camino

Morgen vor einem Jahr bin ich mit dem Zug über Paris nach St. Jean Pied de Port gefahren um meine noch fehlende Etappe des Camino Frances zu laufen.

Wenn ich heute sehr früh morgens über Feldwege durch blühende Weizenfelder laufe, dann fehlt er mir sehr, der Camino.

Drei Jahre in Folge immer gewandert, in Demut in Pilgerherbergen übernachtet, die Schönheit der Natur, die Freundlichkeit der Gastgeber, die immerwährende gleiche Struktur: Aufstehen, Wandern, Ankommen, Schlafen genossen.

Es ist nicht so, dass ich den Camino wirklich vermisse. Schließlich ist es nicht so schön, immer ein bisschen sehr underdressed, schlammverkrustet mit schmerzenden Beinen, Blasen an den Füßen, lahmen Schultern mit sehr wenig Privatsphäre in einem Raum mit mindestens 20 anderen Menschen zu übernachten. Dennoch… mir fehlt das Camino-Gefühl. Nach dem ersten Jahr und den ersten 300km habe ich mich immer über die Leute gewundert, die erzählt haben, sie seien den Camino schon mehrfach gelaufen und machen das etappenweise alljährlich wieder. Heute kann ich das gut verstehen.

Dennoch: Mit Hund ist der Camino Frances undenkbar. Ich möchte Emil eine Flugreise ersparen und Spanien ist nun nicht gerade das hundefreundlichste Land.

Aber nächstes Jahr: Wandern mit Hund im Elsaß. Nur ich und Emil und keine überfüllte Herberge, sondern jeweils eine schöne Pension.

 

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