Und morgen ….

…. London!

Das ist sehr merkwürdig, wenn man mal wieder Geld umtauschen muss und dann noch (und das wird für mich eine Herausforderung) in Wechselkursen denken soll.

 

Corien, die in der Nähe von Den Haag wohnt trifft sich mit mir morgen am Flughafen in Heathrow. Wir besuchen Martin, der in London wohnt.

Corien und Martin.
Zwei, die mich etwa 14 Tage auf dem Jakobsweg begleitet haben. Zwei, die mich innerhalb dieser vierzehn Tage in extremen Situationen erlebt haben. Die mir mir gewandert sind, mit mir gesprochen haben über Belangloses aber auch über die innersten Dunkelheiten der Seele, die mit mir gelacht, geweint, getrauert sich mit mir gefreut und mit mir gefeiert haben. Und wie! Zwei, die so sind wie ich und irgendwie doch wieder ganz anders. Zwei, die auch ihren Stein am Cruz de Ferro abgelegt haben. Die mit mir Unmengen von Kaffee getrunken haben, auf mich gewartet haben, mich geführt haben, sich von mir führen ließen. Zwei, die genauso froh über einen Platz zum Schlafen und über blasenfreie Füße waren. Und vor allem: Zwei, die dabei waren, als ich das erste Mal mit U. telefoniert habe!

Die zwei sind mir sehr wichtig geworden. Und obwohl wir uns nur einen kurzen Ausschnitt unseres Lebens begleitet haben, ist es heute noch so, wenn wir telefonieren, skypen oder mailen, dass wir uns sehr vertraut sind und es uns so vorkommt, als hätten wir uns vor einer Woche zuletzt gesehen.

Ich freue mich sehr. Da die beiden aus ähnlichem Holz geschnitzt sind, mussten wir alle drei auf dem Weg lernen, keine besonders großen Pläne zu machen und mit Zuversicht jeden Tag neu auf uns zukommen zu lassen. Und nun haben wir einige Tage zusammen in London und wir stellen fest, dass es uns wieder unsagbar schwer vorkommt, keine großen Pläne zu machen, sondern alles auf uns zukommen zu lassen.

Ich vermisse die Kunst des minimalistischen Packens. Auf dem Jakobsweg bin ich mit neun Kilo Gepäck ausgekommen. Jetzt hau ich gerade den Koffer voll bis fast an die Maximalgrenze (23kg). Offenbar muss man dieses Nicht-Planen und dieses minimalistische Packen regelmäßig üben, sonst verlernt man es wieder. Ich werde nächsten Mai wieder Gelegenheit dazu haben.

Und: Ich freue mich auf den Flug. Durch die eine Stunde Zeitverschiebung brauche ich nicht länger nach London als zu meiner Arbeit. Ich fliege gerne, seitdem ich diesen Weg gelaufen bin. Jedesmal war es ein Aufbruch in etwas völlig Unbekanntes. Jedesmal kam ich sehr viel freier und froher und zuversichtlicher zurück. Diesmal fliege ich nicht in Zweifel, diesmal fliege ich komplett glücklich. Ich muss und will nichts ändern im Leben. Es stehen keine schweren Wege oder Aufgaben bevor. So entspannt war ich schon lange nicht mehr vor einem Urlaub. Alles darf sein, nichts muss.

Buen Camino!

 

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