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Ein Tag im Leben eines Canis Pubertus

Sonntags um 6:30 in Deutschland …
Bevor der Wecker die Chance hat zu klingeln, ist es Emil – seines Zeichens ein pubertierender Doodlerüde, ein halbes Jahr alt, grenzenlos und regellos, wie es sich in seinen Augen für einen Pubertisten gehört – langweilig, und der Tag soll gefälligst JETZT beginnen!
Also springt er zunächst ins Bett und startet eine Wanderung durch das selbige, die einer großen Pilgerwanderung auf dem Camino Frances in nichts nachsteht. Dass er dreimal hochkant wieder rausfliegt, kümmert ihn überhaupt nicht, sondern führt lediglich zu einer Strategieänderung.
Jetzt stehen Bellorgien auf dem Programm, gegen die auch das Geläut des Kölner Doms lautlos verblasst. Doch irgendwie scheint die Sache nicht in Schwung zu kommen. Da hilft nur Trick 17: Lautstark bellend im Badezimmer Blatt für Blatt der Klopapierrolle abzupfen und mit mächtigem Knurren und schnellem Tempo in der ganzen Wohnung verteilen.
Emils Navigationssystem vermeldet schließlich: “Sie haben Ihr Ziel erreicht!”, ich stehe mit einem gewaltigen “Nein” in der Badezimmertür. “Ach, da bist Du ja, ich freu mich so!”, signalisiert mir das harmlose auf- und abspringende Hündchen. Der Tag kann beginnen!
Nach einer Morgenrunde steht Hundeschule auf dem Lehrplan: mit Kumpels toben, sich in toten Regenwürmer wälzen, mich im Regen stehen lassen und nebenher, quasi im Vorbeigehen, ein bisschen Sitz, Platz, Fuß.
Moment! Sitz? Was war das gleich wieder? Pubertätsalzheimer lässt grüßen: Was bisher aus dem Effeff funktionierte, ist irgendwo weit weg im Hundehirn verschwunden.
Dieser Anschluss ist vorübergehend nicht besetzt.
“Emil”, rufe ich. “Den kenne ich doch? Zumindest habe ich den Namen schon mal gehört, kann ihn aber nicht zuordnen. Naja, wird schon nicht so wichtig sein wie die nette Bobtailhündin, die mich gerade zum Spielen aufgefordert hat”, denkt Emil.
Außerdem muss Hund ja seinen Verpflichtungen nachgehen und kann sich unmöglich sinnlosen Dingen wie Sitz und Fuß zuwenden, solange auf dem Platz noch nicht jeder Grashalm ausführlich inspiziert und begossen wurde. Denn Emil pflegt inzwischen die hohe Kunst des Markierens und wendet sie gerne und ausgiebig an.
Mit einem etwas genervten Menschen am anderen Ende der Leine – “an ihrer Frustrationstoleranz muss noch gearbeitet werden,” – geht es dann wieder nach Hause.
Dort lässt sich vieles Ausprobieren. So kann man testen, ob die neuen Schuhe genauso schnell durchgekaut werden können, wie die alten. Oder man klaut sich vom Bett ein Kissen und versucht vorm großen Touchdown eine möglichst lange Strecke damit zurückzulegen. Emil weiß trotz Pubertätsalzheimer, daß er nur seine Knopfaugen auf “Dackel-Welpen-Bambi-Blick” umstellen muss, damit ihm keiner mehr böse ist. Das Paar nagelneue Schuhe und die fertige Steuererklärung, die er mit seinen Zähnen verschönert hat, lassen wir mal unter den Tisch oder besser, in den Mülleimer fallen. Hach, Mülleimer sind aber auch extrem spannend!
…..

Uff!

Was im Moment ein bisschen hilft, ist Trost und Beistand aus dem Buch “Hilfe, mein Hund ist in der Pubertät!” (Link!)

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